Die Kommunen Wilhelmshaven, Wangerland und Butjadingen kommen als neue Standorte infrage
Der Leuchtturm „Roter Sand“ in der Wesermündung ist 53 Meter hoch, 70 Tonnen schwer und das erste Offshorebauwerk der Welt. Das Bauwerk wurde 1885 fertiggestellt.
Wilhelmshaven/Wesermarsch/Friesland. Der marode Leuchtturm „Roter Sand“ in der Wesermündung zwischen Bremerhaven und Helgoland soll umziehen. Laut der Stiftung Denkmalschutz setzen Meeresspiegelanstieg und Extremwetterereignisse dem 140 Jahre alten Turm zu. Er drohe ins Meer zu kippen, so die Stiftung. Ein Gutachten von 2019 hatte den Leuchtturm als so marode eingestuft, dass die Standsicherheit in Gefahr sei. Gebaut wurde der Leuchtturm der Stiftung zufolge von 1882 bis 1885 – unter Denkmalschutz steht er seit 1982.
Drei Kommunen konkurrieren jetzt um den Zuschlag als neuer Standort: Wilhelmshaven, Wangerland und Butjadingen. Noch ist nicht klar, welcher Bewerber das Rennen um den „Roten Sand“ macht: Der Bund prüft als Eigentümer, welcher neue Standort für das Wahrzeichen geeignet ist. Aktuell seien bauliche, genehmigungsrechtliche und finanzielle Fragen noch nicht geklärt. Zwischenzeitlich hatte sich zunächst ein Standort in Bremerhaven abgezeichnet, er wurde wieder verworfen. Darüber hinaus prüft die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die technische Machbarkeit der Versetzung, auch müssen die Eigentumsverhältnisse der infrage kommenden Flächen geklärt werden.
In der Gemeinde Wangerland (Landkreis Friesland) stünde der Leuchtturm nach Angaben der Stiftung Denkmalschutz im Außenhafen im Küstenbadeort Hooksiel. Diese Fläche fällt in den Zuständigkeitsbereich der landeseigenen Hafenbetreibergesellschaft Niedersachsen Ports. In der Gemeinde Butjadingen (Landkreis Wesermarsch) könnte der Leuchtturm einen Standort im Nordseebad Fedderwardersiel bekommen. Auch in Wilhelmshaven, wo die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über eine mögliche Freigabe entscheiden müsste, könnte der 140 Jahre alte Turm einen neuen Platz mit Meerblick bekommen. Eine Entscheidung soll voraussichtlich im Spätsommer fallen.