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24. März 2021, 10:50 Uhr
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Fünf Jahre „Masterplan Ems“

Wasserqualität bereitet weiter Sorgen / Mit einem Tidepolder soll im Sommer die erste konkrete Maßnahme sichtbar werden

Schützenswerter Lebensraum und wichtige Wasserstraße zugleich: die Ems. Ihr Zustand soll mit dem „Masterplan Ems“ verbessert werden.

Schützenswerter Lebensraum und wichtige Wasserstraße zugleich: die Ems. Ihr Zustand soll mit dem „Masterplan Ems“ verbessert werden. © Stromann str

Ostfriesland. Die Ems-Hoffnung liegt auf der flexiblen Tidesteuerung. Auf Einladung der Umweltverbände NABU, BUND und WWF haben sich Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD), der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schiffahrt, Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, sowie Beatrice Claus vom WWF im Rahmen einer Diskussionsrunde virtuell ausgetauscht und gegenüber der Presse Stellung genommen zum Thema „Fünf Jahre Masterplan Ems 2050 – welche Bilanz ziehen wir?“

Naturschutz und Wirtschaft stärken

2015 haben insgesamt neun Mitglieder den „Masterplan 2050“ unterzeichnet – neben den bereits genannten Umweltverbänden der Bund, das Land, die Landkreise Emsland und Leer, die Stadt Emden sowie die Meyer Werft. Ziel ist, die Wasserqualität der Ems sowie die ästuartypischen Lebensräume zu verbessern, Vögel und ihre Lebensräume zu schützen, aber auch die Ems als leistungsfähige Bundeswasserstraße zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu sichern. Hintergrund des Plans ist nicht zuletzt eine Forderung der EU-Kommission – ohne einen solchen Masterplan drohte Niedersachsen eine Vertragsstrafe. „Wir müssen einen günstigen Erhaltungszustand herstellen“, benannte Rechtsanwalt Rüdiger Nebelsieck die Forderung der EU und sagte im Rahmen eines Online-Vortrages auch: „Den Ästuarien geht es schlecht!“

Hans-Heinrich Witte und Olaf Lies sind indes guter Dinge: „Die Tidesteuerung ist erfolgreich“, sagte Witte und bezog sich damit auf die Testergebnisse mit der Tidesteuerung am Emssperrwerk in der Zeit vom 29. Juni bis 21. August 2020. „Das wird unabhängig von Legislaturperioden umgesetzt“, so Lies. Mit Hilfe der Tidesteuerung wollen die Vertragspartner vor allem das Verschlickungsproblem der Ems in den Griff bekommen, ohne die maritime Wirtschaft der Region zu stark einzuschränken. Der Schlick sorgt nicht nur für eine starke Gewässertrübung, sondern trägt auch zu einer starken Schwebstoffbelastung des Flusses bei, die nach Messungen des NLWKN extrem hoch und damit für einen sehr geringen Sauerstoffgehalt verantwortlich ist. 2023/24 soll nach bisherigen Planungen eine flexible Tidesteuerung regulär in Betrieb genommen werden.

„Die Ems ist immer noch in einem katastrophalen Zustand“, resümierte Beatrice Claus vom WWF, die sich vor allem um den Sauerstoffgehalt des Gewässers sorgt und im Gespräch deutlich machte, dass sie sich von Bund und Land generell Alternativen wünscht – gerade im Hinblick auf weitere angekündigte Vertiefungen, zum Beispiel der Elbe und der Weser, insbesondere aber auch der Außenems. Letztere ist seit März letzten Jahres wieder in den Fokus der Politik geraten und wird besonders vonseiten der Wirtschaft sehr begrüßt. Es sei ein Skandal, sagte Claus, dass für die Schifffahrt die Ems zerstört worden sei.

Erste konkrete Maßnahme im Sommer

Aber sie sieht wie Lies und Witte auch positive Ansätze: „In fünf Jahren ist viel passiert und vieles auf den Weg gebracht, was noch nicht sichtbar ist.“ Gerade deswegen schaut der Minister ungeduldig gen Sommer. Dann soll die erste konkrete Maßnahme sichtbar umgesetzt werden: der Tidepolder Coldemüntje, eine Fläche von rund 30 Hektar in der Gemeinde Westoverledingen. Dort soll ein Ein- und Auslaufbauwerk in den Deich gesetzt werden. 340000 Kubikmeter Aushub im Gebiet sind nötig für die beabsichtigte Verbindung mit der Tide. So soll das Wasser fließen können. Das auf den Weg zu bringen habe auch einen touristischen Wert, fand Lies. „An Coldemüntje können wir zeigen, dass es losgeht!“

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